AKTUELLE VERSORGUNGSSITUATION

Aus klinischen Studien zur Prävalenz von Schmerzen ist bekannt, dass Schmerzen im Krankenhaus ein weit verbreitetes und wegen ihrer oft hohen Intensität ein gravierendes Problem darstellen (Lynch 1997). Danach hat mindestens jeder zweite Patient im Krankenhaus Schmerzen, und mindestens jeder dritte beschreibt starke bis stärkste Schmerzen. Im postoperativen Bereich ist dieses Problem trotz einer Vielzahl von Verbesserungsmaßnahmen, die in den vergangenen Jahren in verschiedensten europäischen Ländern initiiert wurden, immer noch aktuell und ausgesprochen relevant (Benhamou et al. 2008, Fletcher et al. 2008, Schwenk et al. 2008).

Für Bewohner in der stationären Altenhilfe beschreibt eine neuere Studie aus den Niederlanden eine Prävalenz von Schmerzen bis zu 69% (Boerlage et al. 2007). Für die stationäre Altenpflege und die ambulante Versorgung von Menschen mit Schmerzen liegen für Deutschland bisher nur rudimentäre Daten vor, welche aber vermuten lassen, dass ähnliche Situationen in diesen Versorgungseinrichtungen vorliegen. Der daraus resultierende Handlungsbedarf im Bereich Schmerzmanagement wird darüber hinaus durch den demographischen Wandel (z.B. Altersentwicklung) sowie durch gesundheitsökonomische Anforderungen (z.B. Behandlungskosten) weiter erhöht.

Durch eine angemessene, den Erkenntnissen der modernen Analgesie entsprechende Schmerztherapie, könnten vielen Patienten/Bewohnern/Gästen vermeidbare Schmerzen erspart bleiben (American Society of Anaesthesiologists 2002). Eine systematische Schmerzerfassung, die Dokumentation und interdisziplinäre Kommunikation sind unverzichtbare Voraussetzung zur Umsetzung dieser modernen Schmerztherapie.