SCHMERZURSACHEN

Bewegungsschmerzen

Schmerzen, die vom Bewegungsapparat ausgehen, werden allgemein unter dem Begriff Bewegungsschmerzen zusammengefasst.
Verursacht werden sie z.B. durch rheumatische Erkrankungen, Osteoporose (Knochenschwund), abnutzungsbedingte oder entzündliche Gelenkerkrankungen (Arthrose, Arthritis), meistens jedoch durch Rückenleiden.

 


Rückenschmerzen

Aktuelle Zahlen zeigen, dass insgesamt etwa 22 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer in Deutschland unter Rückenschmerzen leiden, die mindestens drei Monate anhalten und sich täglich oder nahezu täglich bemerkbar machen.

Diese variieren nicht nur in ihrer Stärke, Art und Dauer sondern haben auch die unterschiedlichsten Ursachen: z.B. Muskelverspannungen (Über- oder Fehlbelastungen), Bandscheibenvorfälle, Nervenreizungen, rheumatische und abnutzungsbedingte Erkrankungen oder auch Osteoporose.
Rückenschmerzen werden oft nicht ernst genommen. Experten raten aber: Wenn Rückenschmerzen länger als vier Tage anhalten oder Lähmungs- und Taubheitsgefühle hinzukommen, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen abklären zu lassen. Denn eine frühzeitige Diagnose und Therapie können helfen, ernsthafte Rückenschäden und auch die Chronifizierung von Schmerzen zu vermeiden.


Gelenkerkrankungen

Gelenkerkrankungen wie Arthrose und Arthritis betreffen meist ältere Menschen. Die Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung. Sie beginnt mit einer Entzündung der betroffenen Gelenke, gefolgt von deren Zerstörung. Die häufigste Form ist die sogenannte primär chronische Polyarthritis (PCP), bei der viele Gelenke gleichzeitig betroffen sind und die meist lebenslang andauert.
Die Arthrose hingegen ist eine Verschleißerkrankung der Gelenke. Häufig betroffen sind dabei die Hüft- und Kniegelenke. Typischer Weise ist ausschließlich ein bestimmtes Gelenk betroffen. Charakteristisch ist eine schmerzhafte Veränderung der Gelenkstruktur, bei der der Gelenkknorpel fortschreitend zerstört wird. Im Gegensatz zur Arthritis sind die Gelenke zunächst nicht entzündet, sondern abgenutzt. Es ist aber durchaus möglich, dass eine Arthrose nach einer starken Belastung in ein entzündliches Stadium übergeht. In diesem Fall spricht man von einer aktivierten Arthrose.


Osteoporose

Von Osteoporose („Knochenschwund“) sind überwiegend ältere Frauen betroffen. Sie ist eine Stoffwechselerkrankung des Knochens und führt zu einem vermehrten Abbau der Knochenmasse. Dadurch werden die Knochen porös, weniger stabil und auch weniger belastbar. Das hat zur Folge, dass sie schon bei geringen Belastungen wie etwa kleinen Stürzen, beim Bücken oder auch nur beim Niesen brechen können. Zu Knochenbrüchen kommt es hauptsächlich an der Wirbelsäule und an den Oberschenkelknochen. Im späten Stadium können massive Rückenschmerzen auftreten, die meist durch Wirbelkörpereinbrüche hervorgerufen werden.


Nervenschmerzen

Nervenschmerzen (neuropathische Schmerzen) entstehen durch eine Fehlfunktion oder Schädigung von Nerven. Die Schmerzen sind oft stark und brennend oder stechend elektrisierend und können sehr quälend sein. Typisch ist zudem, dass Patienten mit Nervenschmerzen sehr empfindlich auf Berührungen reagieren.
Hervorgerufen werden neuropathischen Schmerzen z.B. durch Erkrankungen wie Gürtelrose oder Multiple Sklerose oder sie treten z.B. nach einem Schlaganfall oder einer Querschnittslähmung auf. Auch Phantomschmerzen zählen zu den Nervenschmerzen.


Postoperative Schmerzen

Sowohl große Operationen als auch kleinere chirurgische Eingriffe können starke Schmerzen nach sich ziehen. Das Ausmaß und die Dauer von postoperativen Schmerzen sind dabei sehr individuell. Diese akuten Schmerzen müssen entsprechend ihrer Stärke frühzeitig therapiert werden, damit sie nicht chronisch werden.


Tumorschmerzen

Fast alle Menschen, die an Krebs erkranken, leiden kurzfristig oder fortdauernd unter starken bis sehr starken Schmerzen. Die Schmerzen sind in etwa 80 Prozent der Fälle tumorbedingt, das heißt sie stehen in kausalem Zusammenhang mit dem Tumor: Indem der Tumor wächst oder Metastasen bildet, reizt er umliegende Schmerzrezeptoren.
Dahingegen entstehen tumorassoziierte Schmerzen durch Begleiterkrankungen oder Komplikationen wie etwa Thrombosen, Pilzinfektionen oder Hautgeschwüre. Darüber hinaus gibt es therapiebedingte Schmerzen, die durch die Behandlung des Tumors hervorgerufen werden. Wird der Patient beispielsweise bestrahlt, kann sich das Bindegewebe vermehren und verhärten. In manchen Fällen kommt es in Folge einer Chemotherapie zu Entzündungen, zu Erkrankungen des Nervensystems oder zu Knochenschäden.