WAS IST SCHMERZ?

Bis heute fällt es schwer zu definieren, was Schmerz eigentlich genau ist. Schmerzen zu beschreiben ist ähnlich schwierig wie das Gefühl von Hunger oder Durst zu erklären. Im Jahr 1979 definierte die "International Association for the Study of Pain" (IASP) Schmerz als „ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potenzieller Gewebsschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen beschrieben wird“.
Allgemein kann man sagen, dass Schmerzen entstehen, wenn mechanische, thermische, chemische oder elektrische Reize einen gewissen Schwellenwert (Schmerzschwelle) überschreiten. Oft ist dies mit einer Schädigung des Gewebes verbunden, wodurch bestimmte Schmerzbotenstoffe freigesetzt werden.

Schmerzen beeinträchtigen das Wohlbefinden und die Lebensqualität erheblich. Der „Schmerzsinn“ ist aber auch ein lebenswichtiges Alarmsignal des Körpers. Schmerzen schützen unsere Gesundheit, indem sie uns darauf aufmerksam machen, dass mit unserem Körper etwas nicht in Ordnung ist. Denn Schmerz ist meist ein Zeichen dafür, dass etwas unseren Körper schädigt und wir handeln müssen – zum Beispiel indem uns Schmerz dazu veranlasst, dass wir die Hand von der heißen Herdplatte wegziehen.


Akut vs. chronisch

In Bezug auf Schmerzen unterscheiden Ärzte zwischen akuten und chronischen Schmerzen. Der akute Schmerz hat für den Körper eine wichtige Warn- und Schutzfunktion. Er zeigt an, dass etwas mit dem Körper nicht in Ordnung ist. Wird daraufhin die Ursache des Schmerzes behandelt, ist der Schmerz meist schnell wieder verschwunden.

Problematisch wird es allerdings, wenn starke Schmerzen nicht rechtzeitig und nicht effektiv gelindert werden. Dann kann sich der Schmerz verselbständigen. Die Nervenzellen reagieren überempfindlich und melden dem Gehirn Schmerzsignale, auch wenn die Ursache des Schmerzes nicht mehr besteht. Experten sprechen bei dieser Form von Schmerzen, die über Monate oder Jahre andauern, von chronischen Schmerzen.


Auswirkungen

Chronische Schmerzen behindern auf körperlicher, psychischer und sozialer Ebene. Sie wirken sich auf das gesamte Leben des Patienten aus: Fast drei Viertel (73 Prozent) der Betroffenen klagen über Bewegungseinschränkungen, zwei Drittel (65 Prozent) können nicht mehr außer Haus arbeiten, 19 Prozent müssen ihren Arbeitsplatz wechseln, 64 Prozent haben Schlafstörungen. Ein Viertel der Patienten kann Freundschaften nicht mehr pflegen und gerät in soziale Isolation, 52 Prozent sehen ihre sexuellen Beziehungen eingeschränkt, 20 Prozent der Schmerzpatienten entwickeln Depressionen.