DEUTSCHER SCHMERZKONGRESS 2012: "EINE STADT VERBANNT DEN SCHMERZ"

Die postoperative Schmerztherapie verbessern – dies war eines der Ziele des 2010 gestarteten Versorgungsforschungsprojektes „Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster“.

Auf dem Deutschen Schmerzkongress in Mannheim zeigte Prof. Esther Pogatzki-Zahn, dass Optimierungsmaßnahmen im Rahmen des Projektes bereits nach einer relativ kurzen Phase Schmerzen nach Operationen reduzieren konnten.

Optimierungsmaßnahmen in den Krankenhäusern umfassten berufsgruppenübergreifende In-House-Schulungen, Arbeitsgruppen und Fortbildungen zum Schmerzmanagement, an denen beispielsweise auch Apotheker, Physiotherapeuten, Psychologen und Qualitätsmanager teilnahmen, sowie den intensiven Austausch der Projektkoordinatoren mit Klinikmitarbeitern und externen Experten.

Die Schmerzversorgung am ersten postoperativen Tag sei dabei verbessert worden, ohne höhere Ausgaben für Arzneimittel zu verursachen. Die Interventionskosten beliefen sich dabei pro Krankenhaus einmalig auf ca. 15.000 Euro. Hochgerechnet auf die über 40.000 stationär behandelten Patienten der Münsteraner Krankenhäuser pro Jahr ergäben sich Interventionskosten pro zusätzlich schmerzkontrolliertem Patienten von 77 Euro – eine sinnvolle Investition, die sich auszahle.

So wüssten Pflegekräfte und Ärzte durch die Optimierungsmaßnahmen nicht nur besser über Schmerzgrenzwerte Bescheid, sie kämen z.B. auch besser mit der Schmerzeinschätzung bei verwirrten, dementen oder nicht-deutschsprachigen Patienten zurecht.