ERFOLGREICHE QUALIFIZIERUNGSOFFENSIVE: IN MÜNSTER GLÄNZEN 100 PAIN NURSES

Erstklassiges Schmerzmanagement: In der zweiten Runde der Qualifikationsoffensive wurden 66 Pain Nurses zertifiziert. Insgesamt kümmern sich jetzt 100 speziell ausgebildete Pflegekräfte in Münsters Krankenhäusern, Altenheimen, Hospizen und ambulanten Pflegediensten um das Wohl der Patienten.
Erstklassiges Schmerzmanagement: In Münster glänzen 100 Pain Nurses

Von der Schmerzentstehung über Schmerzerfassung und -dokumentation bis hin zur Beratung von Schmerzpatienten und Angehörigen: Der Fernlehrgang „Pain Nurse – Schmerzmanagement in der Pflege“ vermittelt essentielle Informationen zum Umgang und der Behandlung von Patienten mit akuten, chronischen und tumorbedingten Schmerzen. Die vom Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster Anfang 2012 ins Leben gerufene Qualifizierungsoffensive in der Pflege hat nun ihren Höhepunkt erreicht: 100 Pflegende aus verschiedenen Versorgungssektoren wurden erfolgreich zur „Pain Nurse“ weitergebildet.

Schmerzen mindern die Lebensqualität von Patienten nachweislich und können die Heilungsprozesse nach Operationen verzögern. Neben modernen Therapien werden in münsterschen Krankenhäusern, Altenheimen, ambulanten Pflegediensten, Schmerzpraxen und Hospizen speziell schmerztherapeutisch geschulte Pflegerinnen und Pfleger eingesetzt. Die sogenannten Pain Nurses kümmern sich besonders um die Versorgung von Schmerzpatienten.

Insgesamt 100 Pflegefachkräfte nahmen im Rahmen des Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster an dem zehnwöchigen Fernlehrgang „Pain Nurse - Schmerzmanagement in der Pflege“ des Nürnberger Centrum für Kommunikation Information Bildung (cekib) teil und wurden nun mit dem bundesweit anerkannten Zertifikat „Pain Nurse“ ausgezeichnet.

Etablierung eines sektorenübergreifenden Forums

Auch nach Ende der Ausbildung soll die Arbeit der Pain Nurses in den jeweiligen Versorgungseinrichtungen, aber auch sektorenübergreifend kontinuierlich weiter unterstützt werden. Das sogenannte „SchmerzexpertInnen Forum“ soll einen regelmäßigen und fachlichen Austausch der Pain Nurses aus Münster ermöglichen. Es werden in den Foren praxisnahe Fortbildungsveranstaltungen für die jeweiligen Bereiche angeboten. Anfang 2014 plant das Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster, die Teilnehmer aus allen Versorgungsbereichen zu einem gemeinsamen Forum einzuladen, um fachliche Inhalte zu vertiefen und den Austausch zu fördern. „Wir hoffen, dass sich die SchmerzexpertInnen durch das gemeinsame Forum als eine Art „Kollektiv“ verstehen und wir somit eine Grundlage für eine dauerhafte, sektorenübergreifende Zusammenarbeit schaffen“, erklärt Professor Jürgen Osterbrink, Leiter des Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster.

Durch die Vernetzung der pflegerischen Schmerzexperten verfügt die Stadt Münster über ein einmaliges Potential. Der fachliche Austausch ermöglicht rasche und unverbindliche Hilfen zu neuen und etablierten Therapien, bietet Anwendungstipps und gewährt Unterstützung in der Umsetzung von Neuerungen im Schmerzmanagement. Außerdem erhofft sich das Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster, durch die fachbezogene Zusammenarbeit mehr Berufszufriedenheit zu schaffen und so Nachwuchskräfte zu locken.

Das Projekt geht weiter

„Aus dem „SchmerzexpertInnen Forum“ Münster eine Gremienstruktur zu schaffen und so regional und überregional die Interessen des Forums zu vertreten – das ist der entscheidende Schritt, um auf politischer und berufsorganisatorischer Ebene Probleme aufzuzeigen und daraus Lösungsansätze zu entwickeln“, beschreibt Projektleiter Osterbrink ein mögliches Ziel des Netzwerkprojektes. Denn die professionelle Organisation des interdisziplinären Austauschs ermögliche es Medizinern und Pflegenden, ihre Patienten effektiv zu versorgen und von Schmerzen zu befreien.