FORTBILDUNGSREIHE ZUM THEMA SCHMERZMANAGEMENT GESTARTET

Knapp 25 Hausärzte und Hausärztinnen nahmen mit großem Interesse an der ersten von sechs Fortbildungsveranstaltungen zum Thema Schmerzmanagement teil. Im fachlichen Austausch mit den Kollegen und Kolleginnen vertieften sie ihre Kenntnisse und diskutierten über individuelle Behandlungsmöglichkeiten.

Gemeinsam mit dem Hausärzteverbund Münster führte das Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster am 12. Dez. 2012 die erste von insgesamt sechs Fortbildungsveranstaltungen mit dem Titel „Der Schmerzpatient in der hausärztlichen Praxis – Anforderungen, Möglichkeiten und Grenzen des modernen Schmerzmanagements “ durch.

Die Themenauswahl der Fortbildungsreihe basiert auf der Auswertung der im Rahmen des Projekts durchgeführten Hausärztebefragung, anhand welcher relevante Fragestellungen zur hausärztlichen Schmerztherapie identifiziert werden konnten.

Schmerzen stellen ein zentrales Thema in der hausärztlichen Praxis dar, denn die Hausarztpraxis ist in vielen Fällen die erste Anlaufstelle für die Schmerzbehandlung. Umso wichtiger ist es, dass Schmerzen hier von Anfang an adäquat behandelt werden, um so mögliche Chronifizierungen zu vermeiden.

Der Hausarzt könne hier schon so Einiges machen, erklärt der Referent Ulf Schutter, Facharzt für Anästhesiologie, Spezielle Schmerztherapie und Palliativmedizin. Die große Herausforderung sei es, jene Patienten zu identifizieren, die von einer Überweisung an den Schmerztherapeuten auch tatsächlich profitieren können.

Wie eine adäquate hausärztliche Schmerztherapie aussehen kann und welche Besonderheiten insbesondere bei der medikamentösen Therapie zu beachten sind, war Thema der anschließenden Diskussionsrunde. Denn gerade was die Interaktion und Kontraindikation von Medikamenten angeht, gäbe es noch viele Unwissenheiten, konstatiert Schutter.

Dr. med. Ralf Becker, Vorstandsmitglied des Hausärzteverbundes Münster sowie der Projektleiter des Aktionsbündnisses, Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Osterbrink, zeigten sich erfreut über die rege Teilnahme an der Veranstaltung. Schmerzen gehören zu den häufigsten Gründen, warum Patienten einen Arzt aufsuchten, daher seien umfangreiche Kenntnisse über die Schmerztherapie ein wichtiger Bestandteil der ärztlichen Praxis.

„Die hier diskutierten Fragen zeigen einfach wie wichtig der fachliche Austausch in Bezug auf das Schmerzmanagement ist“, erklärt der Projektleiter. Auch der berufgruppenübergreifende Austausch solle zukünftig gestärkt werden. Erste Weichen hierfür werden gerade durch das Team des Aktionsbündnisses gestellt.

„Viele Schmerzentitäten sind nur multimodal zu behandeln“ so das Fazit des Mediziners, Ulf Schutter. Je genauer die Schmerzproblematik aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet würde, desto bedarfsorientierter könne man das Problemfeld Schmerz in den Griff bekommen und so letztlich unnötige Schmerzen vermeiden.